Taschengeld Tabelle 2019 – Wie viel Taschengeld ist angemessen?

Taschengeld TabelleDie Taschengeld Tabelle 2019 enthält eine Empfehlung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), wie viel Taschengeld für Kinder angemessen ist. Das Taschengeld ist ein häufig diskutiertes Streitthema innerhalb der Familie. Während die Kinder natürlich meinen, dass Sie viel zu wenig Taschengeld bekämen, glauben die Eltern, das von Ihnen gezahlte Taschengeld wäre mehr als hoch genug. Doch welche Seite hat nun recht? Wenn Sie Streitigkeiten innerhalb der Familie darüber, wie viel Taschengeld angemessen ist, vermeiden wollen, sollten Sie vielleicht einmal einen Blick auf die Taschengeldtabelle werfen. Die Taschengeld Tabelle liefert eine altersabhängige Empfehlung, wie viel Taschengeld für Kinder eines bestimmten Alters sinnvoll ist. Diese Empfehlung stammt vom Bundesministerium für Familie. Die in der Taschengeld Tabelle angegebenen Beträge basieren auf auf einer Expertise des Deutschen Jugendinstitutes (DIJ). Nachfolgend können Sie sich die aktuelle Taschengeldtabelle 2019 ansehen. Außerdem finden Sie viele weitere nützliche Tipps zum Thema Taschengeld.


Warum ist Taschengeld wichtig?

Kinder müssen für ihr späteres Leben lernen, richtig mit Geld umzugehen. Das klappt aber nicht, wenn sie nur zuschauen, wie Erwachsene es ausgegeben. Haben die Kinder hingegen selbst einen bestimmten Betrag zur regelmäßigen Verfügung, müssen sie sich überlegen, wofür sie ihr Geld ausgeben. Mit dem Taschengeld lernen Kinder, sich ihr Geld eigenverantwortlich einzuteilen und ggf. für größere Ausgaben auch sparen zu müssen. Um einen Lerneffekt zu erreichen, ist es entscheidend, dass Kinder auch die Erfahrung machen, dass das Geld weg ist, wenn es ausgegeben wurde, und sie dann auf das nächste Taschengeld warten müssen. Deshalb sollten Eltern es auf jeden Fall vermeiden, ihren Kindern zwischendurch etwas Geld zuzustecken. Kinder, die alle Wünsche erfüllt bekommen, können kein richtiges Verhältnis zum Geld entwickeln. Deshalb sollte das Taschengeld nicht zu niedrig aber auch nicht zu hoch ausfallen. Hier liefert die Taschengeld Tabelle 2019 des Bundesfamilienministeriums eine gute Richtschnur.

Taschengeld Tabelle zeigt Empfehlung des Bundesministeriums

Bei den in der Taschengeldtabelle vorgeschlagenen Werten zur optimalen Taschengeldhöhe handelt es sich natürlich nur um eine Empfehlung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Die in der Taschengeld Tabelle angegebenen Beträge beruhen auf einer Expertise des Deutschen Jugendinstitut (DJI). Verbindlich sind die in der Taschengeld Tabelle 2019 angegebenen Werte natürlich nicht. Genaugenommen haben Kinder in Deutschland von Gesetzes wegen her überhaupt keinen Anspruch auf Taschengeld. Nichtsdestotrotz ist es aus pädagogischer Sicht mehr als empfehlenswert, Kindern ein regelmäßiges Taschengeld zukommen zu lassen.

Taschengeld Tabelle für Kinder bis 9 Jahre:

Alter des KindesTaschengeld pro Woche
Unter 6 Jahren0,50 - 1,00 Euro
6 Jahre1,00 - 1,50 Euro
7 Jahre1,50 - 2,00 Euro
8 Jahre2,00 - 2,50 Euro
9 Jahre2,50- 3,00 Euro

Taschengeld Tabelle für Kinder ab 10 Jahre:

Alter des KindesTaschengeld pro Monat
10 Jahre15,50 - 18,00 Euro
11 Jahre18,00 - 20,50 Euro
12 Jahre20,50 - 23,00 Euro
13 Jahre23,50 - 25,50 Euro
14 Jahre25,50 - 30,50 Euro
15 Jahre30,50 - 38,00 Euro
16 Jahre38,00 - 45,50 Euro
17 Jahre45,50 - 61,00 Euro
18 Jahre61,00 - 76,00 Euro

Taschengeldtabelle nach dem Alter gestaffelt

Die vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) empfohlene Taschengeldhöhe richtet sich immer nach dem Alter des Kindes. Je älter ein Kind ist, desto mehr Geld sollte das Kind erhalten. Schließlich haben ältere Kinder auch größere Wünsche als kleine Kinder. Wann sollte man mit der Zahlung eines regelmäßigen Taschengelds beginnen? Erziehungsexperten empfehlen, bereits ab dem 4. Lebensjahr oder dem 5. Lebensjahr seinem Sprössling das erste Mal Taschengeld zu geben. Es kommt natürlich im Einzelfall auch immer darauf an, wir weit das Kind bereits in seiner Entwicklung. Spätestens, wenn ihr Kind in die Schule kommt, sollten Eltern aber mit dem Taschengeld starten.

Nachdem man mit dem Taschengeld losgelegt hat, wird der Betrag, den die Kinder gemäß den Empfehlungen der Taschengeldtabelle erhalten sollten, schrittweise jedes Jahr erhöht. Bitte beachten Sie, dass das Taschengeld nur in den ersten Jahren wöchentlich ausgezahlt werden sollte. Ab dem 10. Lebensjahr ist es empfehlenswert, von einer wöchentlichen Auszahlung auf eine monatliche Auszahlung des Geldes umzustellen.  Ab diesem Alter sollten die geistigen Fähigkeiten eines Kindes so weit entwickelt sein, dass es sich das Geld auch über einen längeren Zeitraum aufteilen kann. Deshalb ist unsere Taschengeld Tabelle auch zweigeteilt für jüngere Kinder bis 9 Jahre mit wöchentlichem Auszahlungsrhythmus und ältere Kinder ab 10 Jahren mit monatlichem Auszahlungsrhythmus. Volljährige Kinder im Alter von 18 Jahren sollten weiterhin Taschengeld bekommen, solange sie kein eigenes Geld verdienen und von ihren Eltern wirtschaftlich abhängig sind.

Taschengeld an festen Terminen auszahlen

Natürlich sind nicht alle Familien in Deutschland finanziell gleich gut aufgestellt. Wenn das Budget knapp ist und womöglich auch noch mehrere Kinder in der Familie leben, kann es natürlich sein, dass nur wenig Spielraum für das Taschengeld vorhanden ist. Dann müssen die Eltern zwangsläufig von den Empfehlungen der Taschengeld Tabelle 2019 abweichen. Falls Eltern Ihren Kindern aufgrund finanzieller Zwänge nur ein deutlich geringeres Taschengeld zahlen können als von der Taschengeldtabelle des Familienministerium vorgeschlagen, empfehlen wir mit den Kindern offen über das Thema Geld zu sprechen und ihnen zu erklären, warum sie weniger Taschengeld bekommen als ihre Altersgenossen. Im Zweifel ist es besser das Taschengeld niedriger anzusetzen, es dafür den Kindern aber regelmäßig auszuzahlen. Nach Möglichkeit sollten Eltern das Taschengeld auch immer an einem festen Termin an die Kinder auszahlen, damit diese auch mit dem Geld planen können.

Auf der Gegenseite sollten wohlhabendere Familien, die es sich leisten können, trotzdem nicht zu weit von den Empfehlungen der Taschengeldtabelle 2019 abweichen und den Kindern übermäßig viel Taschengeld geben. Schließlich gehört es zu den wichtigsten Aufgaben des Taschengeldes, dass Kinder und Jugendliche lernen, mit dem vorhandenen Geld zu haushalten. Es wird sicherlich auch vorkommen, dass Kinder mit dem vorhandenen Taschengeld nicht auskommen, und ihre Erzeuger um einen Nachschlag bitten. Auch wenn es mitunter schwierig ist, müssen Eltern in dieser Situation standhaft bleiben. Es wäre aus pädagogischer Sicht vollkommen verkehrt, wenn Sie sich erweichen lassen, und etwas Taschengeld bei Bedarf nachschießen. Schließlich wird das im späteren Leben auch nicht so einfach funktionieren.

Taschengeldkürzung nicht als Bestrafung einsetzen

Einen Fehler sollten Eltern beim Taschengeld unbedingt vermeiden. Es ist nicht ratsam, das Taschengeld als erzieherische Maßnahme einzusetzen, um positives und negatives Verhalten des Kindes zu sanktionieren. Somit ist es nicht sinnvoll, wenn Eltern das Taschengeld kurzfristig als Bestrafung für ein Fehlverhalten des Kindes kürzen. Ebenso wenig sollten Eltern nach schlechten Zensuren das Taschengeld reduzieren. Auf der anderen Seite darf man das Taschengeld aber auch nicht kurzfristig anheben, um das Kind zu belohnen. Beides würde dem eigentlichen Sinn und Zweck des Taschengeldes, den Kindern den Umgang mit Geld näherzubringen, zuwiderlaufen. Weitere Tipps zum Taschengeld erhalten Eltern in unserem Ratgeber.

Girokonto für Kinder und Jugendliche

Im heutigen Geschäftsleben ist ein Girokonto unverzichtbar. Daher ist es durchaus ratsam, Kinder und Jugendliche frühzeitig an den Umgang mit einem Girokonto heranzuführen. Diesbezüglich stellen sich Eltern oft die Frage, in welchem Alter es sinnvoll ist, ein Konto für den Nachwuchs zu eröffnen. Anders als beim Taschengeld sollten Kinder aber auf jeden Fall aus dem Grundschulalter heraus sein, bevor Sie Zugriff auf ein eigenes Konto bekommen. Die meisten Experten raten, ab einem Kinderalter von zwölf Jahren ein Girokonto für Kinder einzurichten.

Viele Banken bieten ein Girokonto als sogenanntes Jugendkonto oder Taschengeldkonto auch gebührenfrei an. Eltern, die für ihr Kind ein Girokonto einrichten wollen, müssen auch keine Angst haben, dass sich der Nachwuchs verschulden könnte. Denn die Girokonten für Minderjährige werden grundsätzlich immer nur als Guthabenkonto geführt. Ein Dispokredit kann bei einem Taschengeldkonto bzw. Jugendkonto somit nicht in Anspruch genommen werden.

Was sollte vom Taschengeld bezahlt werden?

Die Taschengeld Tabelle 2019 des Bundesfamilienministerium liefert einen guten Anhaltspunkt dafür, wie viel Taschengeld angemessen ist. Allerdings sagt die Taschengeldtabelle nichts dazu, was Kinder von ihrem Taschengeld Alles bezahlen sollten. Grundsätzlich ist es sinnvoll, wenn die Eltern trotz Taschengeld auch weiterhin die alltäglichen Ausgaben für das Kind tragen. Auch die Kosten für alle Schulmaterialien sollten weiterhin von den Eltern bezahlt werden. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass das Kind an der falschen Stelle spart zulasten seiner Schulausbildung. Das Taschengeld sollten den Kindern und Jugendlichen in erster Linie dafür zur Verfügung stehen, um damit ihre persönlichen Wünsche zu finanzieren. Dazu gehören u.a.:

Auch Freizeitaktivitäten wie beispielsweise ein Besuch im Kino sollten Kinder von ihrem Taschengeld bezahlen. Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) schlägt außerdem vor, ein Budgetgeld zusätzlich zum Taschengeld einführen, mit dem bestimmte Ausgaben beispielsweise für Kleidung oder Handy von den Jugendlichen bestritten werden müssen. Dieses Budgetgeld ist allerdings erst für ältere Kinder ab 14 Jahren sinnvoll.

Der Taschengeldparagraph nach § 110 BGB

Was Kinder, von ihrem Taschengeld kaufen dürfen, wird durch den Taschengeldparagraph nach § 110 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) festgelegt. Minderjährige sind in Deutschland nur beschränkt geschäftsfähig. Das bedeutet, von minderjährigen Kindern und Jugendlichen getätigte Rechtsgeschäfte bedürfen normalerweise der Zustimmung der Erziehungsberechtigten. Damit Kinder aber zumindest kleinere Einkäufe auch ohne Zustimmung der Eltern rechtswirksam abwickeln können, wurde der Taschengeldparagraph nach § 110 BGB geschaffen. Der Taschengeldparagraf legt fest, dass ein von einem Minderjährigen getätigter Kauf auch ohne Zustimmung des Erziehungsberechtigten rechtswirksam ist, solange der Minderjährige den Kaufpreis mit Mitteln, die ihm zur freien Verfügung von den Erziehungsberechtigten überlassen wurden, bezahlen kann.

Es gibt aber auch Ausnahmen vom Taschengeldparagrafen. So dürfen Minderjährige grundsätzlich keine Ratenkäufe tätigen. Auch Handyverträge mit Grundgebühr können Kinder und Jugendliche nicht ohne Zustimmung der Eltern abschließen. Auf Kinder unter 7 Jahren ist der Taschengeldparagraph grundsätzlich nicht anwendbar, weil sie nach deutschem Recht (§ 104 Nr. 1 BGB) nicht geschäftsfähig sind.